Soultalk #69 - Ist Urlaub eine Flucht vom Alltag

Shownotes

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Soultalk #69 - Ist Urlaub eine Flucht vom Alltag

Urlaub – für viele die schönste Zeit des Jahres.

Doch was, wenn genau das ein Problem ist?

In dieser SoulTalk Folge sprechen Adrian und ich darüber, warum sich viele Menschen durch das Jahr kämpfen, nur um dann im Urlaub endlich zu leben – und warum genau das langfristig nicht funktionieren kann.

Wir gehen der Frage nach, ob Urlaub wirklich Erholung ist – oder oft nur eine Flucht vor einem Alltag, der sich nicht stimmig anfühlt.

Du erfährst: • warum Urlaub oft mehr Druck als Erholung bringt • weshalb viele Menschen nur im Urlaub „leben“ • was hinter dem Konzept Urlaub wirklich steckt • warum du deine Erholung nicht auf wenige Wochen im Jahr legen solltest • wie du bewusst Zeit („Holy Time“) in deinen Alltag integrierst

👉 Wichtiger Hinweis: Die komplette Folge findest du im Podcast von Adrian: 👉 https://www.adrianwinkler.com/oldest-soul-podcast/

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Steffen Kirchner kommt aus dem Leistungssport und kennt diesen als einzigen deutschen Speaker aus eigener Erfahrung als Spieler, Manager und Coach. Sein Name steht deutschlandweit für einzigartige Expertise in den Bereichen Motivation, Persönlichkeit und Erfolgspsychologie. Das Geheimnis seines Erfolgs ist die Kombination aus fundiertem Wissen und enormer Praxisstärke. Nirgends wird der Erfolg so schnell und unerbittlich gemessen wie im Profisport. Nur die Strategien, die nachhaltig, schnell und ergebnisorientiert funktionieren, haben dort Bestand. Über 500 Unternehmen, Profisportler und Teams Starcoach in den letzten Jahren beraten. Darunter auch Athleten wie Fußballstar Niclas Füllkrug, Goldmedaillen-Gewinner Fabian Hambüchen, Tennisstar Sabine Lisicki oder Unternehmen wie Audi, Siemens oder adidas. Steffen berät heute internationale Topmanager und vermittelt sein Wissen bei zahlreichen Veranstaltungen. Über 150.000 Menschen hat Steffen Kirchner mit seinen Seminaren und Vorträgen bislang begeistert. Sein Wunsch ist es, weltweit so vielen Menschen wie möglich dabei zu helfen, mehr Lebensstärke und Lebensqualität entwickeln zu können.


Music by INOSSI Listen: https://fanlink.tv/b3xg Watch: • INOSSI - Awaken (Official)


diekunstzuleben #steffenkirchner #lifechange

Transkript anzeigen

(0:00 - 0:21)

Vielleicht hast du das bei dir oder bei anderen Menschen schon mal beobachtet. Manchmal sind die Akkus einfach leer und jetzt wünscht man sich den Urlaub herbei. Man freut sich so richtig auf den Urlaub, weil man dann endlich mal abschalten kann, weil man die Akkus wieder aufladen kann, weil man Abstand vom Alltag bekommt, weil man einfach mal wieder ein bisschen zur Ruhe kommt.

(0:22 - 0:41)

Und dann ist der Urlaub schon meistens viel zu schnell wieder vorbei. Die letzten Tage sind schon so ein bisschen traurig, und ich meine, das Gefühl jetzt würde das Urlaubsgefühl die Entspannung erst richtig losgehen. Und manchmal ist die Rückreise oder das Ankommen im Alltag der erste Arbeitsalltag dann so stressig und der Aufprall so hart, dass man eigentlich gerade schon mit der Urlaubsreife wäre.

(0:42 - 1:11)

Und so wünscht man sich den nächsten Urlaub herbei und so verbringen viele Menschen viele Jahre und sogar Jahrzehnte ihres Lebens. Und da stellt sich schon die Frage, ist das was wir da tun eigentlich noch Urlaub oder ist das schon eine Flucht vom Alltag? Und genau darüber habe ich mit Adrien in dieser Soul Talk Folge heute gesprochen. Ich begrüße dich jetzt ganz herzlich erstmal bei die Kunst zu leben, bei einer neuen Podcast Folge, einer Soul Talk Folge, die ich mit Adrien genau zu diesem Thema aufgenommen habe, wo wir uns ausgetauscht hatten.

(1:11 - 1:38)

Und ich verraten nicht zu viel, wenn ich sage, wir hatten einen sehr, sehr spannenden Austausch miteinander. Wann ist Urlaub eigentlich noch Urlaub und wann wird das eigentlich zur Ablenkung vom Alltag? Und wie merkt man das, ob es eigentlich wirklich jetzt noch Erholung ist, die im Leben ja gut ist und wann es eigentlich keine Erholung ist, sondern wirklich eine Fluchtreaktion? Seid sehr gespannt auf diese Folge und hör sie dir komplett an. Da sind einige Inspirationen, glaube ich, dabei.

(1:39 - 2:08)

Und übrigens, wenn dir dieser Podcast von mir gefällt und wenn er dich inspiriert, dann möchte ich kein Geld von dir. Das heißt, dieser Podcast ist kostenfrei und er soll es auch bleiben und er ist werbefrei, ohne Werbepartner, ohne Werbeunterbrechung und auch das soll zu bleiben. Alles, was ich von dir brauche, ist kein Geld, sondern ein bisschen Unterstützung im Sinne eines Abos, vielleicht einer Rezension, eines Kommentars und wenn du ihn teilen magst, umso besser.

(2:09 - 2:25)

Denn dieser Podcast ist dafür da, kostenfrei, so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Und du kannst es unterstützen, indem du diesen Kanal abonnierst und die Folgen, die dich inspirieren mit Menschen, die dir gut tun, die du schätzt, die du magst, einfach teilst. Damit gibst du den Podcast mehr Reichweite.

(2:26 - 2:33)

Und dafür danke ich dir jetzt schon von Herzen. Danke für deine Unterstützung. So, und jetzt steigen wir sofort ein in die Podcast-Folge mit Adrian.

(2:35 - 3:12)

Zum Thema ist Urlaub eine Flucht vom Alltag. Viel Spaß! So mein lieber Freund, warst du schon dieses Jahr, diesen Winter oder überhaupt von auch immer im Urlaub? Bist du ein Urlaubsfan? Bist du so ein Mensch, der sagt, ich mache so meine Urlaubsplanung am Anfang vom Jahr oder am Ende vom Jahr und da mache ich dann im Winter zwei Wochen und dann im Sommer so drei Wochen. Also hast du so eine Urlaubsplanung für dein Jahr? Ich habe so eine Art Arbeitsplan.

(3:14 - 3:26)

Also es heißt quasi, an welchen Tagen möchte ich arbeiten, an welchen 20 im Jahr. Und der Rest ist eigentlich, im Prinzip eigentlich frei, kann man so sagen. Also das Leben als Urlaub, sozusagen.

(3:26 - 3:36)

Und hier so, ah, dann warte ich mal drei Tage. Ja, genau so habe ich dich angeschätzt. Deswegen müsste der perfekte Gesprächspartner für das heutige Thema.

(3:39 - 4:30)

Ja, schießt los, wie kommst du drauf? Ja genau, das war meine Idee heute mal über Urlaub, das Sinn und Unsinn von Urlaub zu sprechen und eigentlich über auch die Bedeutung von Urlaub, weil ich glaube wirklich, manchmal sind es ja die Worte, die eigentlich schon alles verraten, über das, was es eigentlich wäre und über das, was es vielleicht auch geworden ist und so diese tiefen Grund- oder Urglaubenssätze, die Menschen haben, ohne dass sie ihnen bewusst sind und auch manchmal gar nicht bewusst sein können, wie die dann doch auch noch so wirken auf die Art und Weise, wie Menschen ihr Leben leben. Weil dieses Konzept von Urlaub ist mir seit Kindheit an irgendwie fremd gewesen. Also ich habe das noch nie verstanden, schon als Kind, warum mein Papa mit meiner Mama zusammen immer so komplexe Urlaubsplanungen gemacht hat.

(4:30 - 4:52)

Also wann geht das? Wann können wir das? Wann soll man? Ich habe immer gedacht, naja, es ist doch dein eigener Laden, den du hast. Also mein Papa war selbstständig oder Unternehmer. Bei Angestellten habe ich das verstanden, weil da war mir klar, okay, das sind sozusagen Bedienstete und klar, die müssen halt fragen, so wie ich als Kind auch fragen muss, wenn ich irgendwas will.

(4:53 - 5:43)

Aber wenn es doch dein eigener Laden ist, wenn du selbstständig bist, warum machst du da so ein Riesenekt aus dieser Urlaubsgeschichte? So, und wenn wir dann Urlaub hatten, war mir das auch nicht ganz klar, warum jetzt in dem Urlaub alles das passieren muss, was wir sonst nie getan haben. Also das ganze Leben war, wenn ich es mal in Form ausdrücken darf, so zwischen, wird Lurio gesagt, Staubkrau, Steinkrau, Aschkrau und manchmal vielleicht zu einem frechen Mauskrau. Also halt irgendwie so der Alltagsschmuh und dann aber im Urlaub soll das Pink sein, Violett sein, Rot sein und Gelb sein und das alles innerhalb von sieben bis zehn Tagen am besten, vielleicht 14 Tage, wenn man sich ganz viel Zeit genommen hat, Verlängerung vom Urlaub ausgeschlossen und das hat natürlich nie funktioniert.

(5:44 - 6:15)

Und da habe ich mir immer gedacht, was versuchen die Leute eigentlich im Urlaub irgendwie nachzuholen, was ihnen in ihrem Leben fehlt und deswegen wollte ich heute noch mit dir darüber sprechen, ob Urlaub nicht womöglich so ein bisschen eine versteckte Ablenkung von den eigentlichen Lebensdefiziten ist. Also versuchen wir durch den Urlaub ein Leben zu leben, das wir eigentlich nicht haben. Also so ein bisschen Fantasy, oder nicht Fantasy, sondern so, wie sagt man, Walt Disneymäßig.

(6:16 - 6:42)

Also ich gehe dann in so ein Park und in dem Park lasse ich mich verzaubern, das ist wie so eine eigene Welt und da habe ich diese ganze Magie und dieses Erleben und dieses Staunen und dieses besondere, was mir sonst einfach im Alltag vollkommen abhanden gekommen ist. Endlich mal wieder Kind sein so ein bisschen. Und ich glaube, dass da ganz viele Folgeprobleme im Leben daraus entstehen durch dieses Urlaubskonzept.

(6:42 - 7:53)

Aber also das war bloß so die Idee, deswegen wollte ich dich einfach mal fragen, auch so zu deiner Meinung über Urlaub oder zu deiner Haltung, wie war das bei dir oder wie war das bei euch, wie ist da so dein Feeling dazu? Also erstmal glaube ich natürlich, dass ein komplett anderer Groove am Start ist, wenn Kids in die Schule gehen zum Beispiel, weil dann bis du als Elternteil kannst du noch so viel selbstständig sein, dann wenn du mit deinem Kind in den Urlaub fahren möchtest, bleibt dir quasi in Anführungszeichen nur der Blick auf die Ferien. Und die Industrie hat das natürlich auch gecheckt, dass dann dort alle fahren müssen in Anführungszeichen und alles quasi viermal so teuer sein muss, weil die haben ja eh keine andere Wahl, so zwickmühlenartig sozusagen. Das verstehe ich als Elternteil und ehrlich gesagt bei mir als Kind war das genau so, dass meine Eltern beide selbstständig waren und wir halt dann quasi immer in den Ferien tatsächlich einfach so den klassischen Italienurlaub gemacht haben, wie man es sich so im Bilderbuch vorstellt sozusagen, so an der Adria und so.

(7:54 - 8:51)

Ich glaube halt, dass das jetzt gerade für die Eltern, wenn das Kind dann quasi so ein bisschen aufgeräumter ist sozusagen, dann vielleicht mal die Möglichkeit ist, selbst ein bisschen Energie zu tanken, was vielleicht so nicht möglich war im Alltagswahnsinn sozusagen. Den Sinn von Urlaub, wie er eigentlich mal vielleicht gemeint war, nämlich Regeneration und vielleicht auch mal Tapetenwechsel und so, verstehe ich ehrlich gesagt komplett und finde ich persönlich fahrlässig, wenn man das nur im Urlaub macht. Wenn man quasi so, wenn man so unter mir zwei, drei Inseln hat, wo man sagt, da regeneriere ich mal voll, weil da funktioniert ja die Balance, das funktioniert alleine, die Rechnung funktioniert ja hinten und vorne nicht sozusagen.

(8:51 - 9:30)

Also das heißt, gefühlt arbeite ich dann 200 Tage und erholen mich 14, oder wie auch immer sozusagen. Und außerdem ist ja dann quasi auch der Urlaub, wenn man jetzt mal so von dem klassischen Italienurlaub spricht, ist ja dann auch nicht zu 100% Erholung, weil du musst mit dem Auto irgendwie 1000 km hin und her fahren, die Kinder zusammen packen, alles packen und zeugts und alles dabei haben und so, das grenzt ja dann auch schon wieder an Stress sozusagen. Die Erlebnisdichte, die man haben muss dann, da ein Event zum anderen, was ja auch was bringt.

(9:31 - 10:03)

Also früher hatte man ja keinen Namen dafür, aber heute ist es ja quasi dieses klassische Fear of Missing Out, so Gott. Wir haben jetzt nur noch neun Tage, wollten aber doch dorthin, dorthin und wenn wir schon mal in der Nähe sind, dann fahren wir doch auch noch dorthin, weil da kann man das und das angucken und oh Gott, das will, dann müssen wir morgen aber ganz schön früh raus, es wird so wichtig, dass wir das alles schaffen. Da muss Paul rumliegen hier im Urlaub, wir müssen arbeiten, Privatarbeit sozusagen.

(10:03 - 10:22)

Ja, genau, genau. Und ich kenne das auch tatsächlich von vielen aus dem Umfeld. Da brauche ich auch gar nicht so weit schauen, bei meinem Vater, der kann das einen Tag, ist es cool und da ist er dann zum Strand, hat sich auf den Handtuch gelegt und hat einfach in der Sonne geschlafen.

(10:22 - 10:35)

Am zweiten Tag wurde es dann schon eher unangenehm. Ich kann mich jetzt nicht noch mal einen Tag dahin legen sozusagen. Also da passiert im Prinzip das Gleiche in Grün nur halt woanders sozusagen, dass man halt so diese Getriebenheit hat.

(10:37 - 11:20)

Alina und ich hatten gestern auch dieses Symptom der Rastlosigkeit, so dieses Nichtrasten können. Also deswegen, ich persönlich habe mir tatsächlich, schön, dass du sagst, für 2026 vorgenommen, regelmäßig und das wirklich in einem Turnus von alle sechs Wochen, wirklich mal drei, vier Tage zu nehmen, wo hintereinander nichts ist, also wirklich gar nichts, weil ich gemerkt habe, 2025, selbst wenn da mal ein Tag nichts ist, ist es für mich mittlerweile zu wenig. Das ist krass und vor allem gerade aus kreativer.

(11:20 - 11:43)

Es ist für mich echt zu wenig, wenn jetzt mal ein Tag nichts ist, weil das ist ein bisschen wie im Urlaub. Man hat den Anreisetag und den Abreisetag und so ist es im Leben eigentlich auch, dass man auch so ein Abreise- und Anreisetag hat in diese, vielleicht manchmal auch genau das Gegenteil, genau das Gegenteil von dem, was man sich vom Urlaub erwartet, nämlich eher Eintönigkeit. Da wünsche ich mir manchmal dieses Maus graue.

(11:43 - 11:56)

Ehrlich gesagt so, boah, jetzt ist mal so, bitte lass es mir endlich mal wieder langweilig sein. Vor allem von der, genau, genau, oder mal gar kein Reiz. Einfach mal gar kein Reiz.

(11:56 - 12:09)

Was der neue Reiz sein kann, praktisch die Stille dann als Reiz. Genau, und dort kommen ja eh die geilsten Sachen. Also das heißt, was ist denn Urlaub eigentlich? Das ist tatsächlich eine super Frage.

(12:10 - 12:42)

Urlaub ist für mich auch total viel Mental Game, also so ein mentaler Urlaub im Prinzip eigentlich, weil wenn es damals still wird, wird es im Körper auch stiller und so weiter. Und wann gönnen wir im Urlaub uns dann wirklich auch die Stille? Weil du nimmst ja deine, in der Regel nimmst du ja quasi deine Gewohnheiten und alles, was du so in dir hast, eben wenn du Rastlosigkeit hast, dann zeigt sich das ja meist auch im Urlaub. Also ich bin ja auch schon mit Leuten im Urlaub gewesen, wo ich gemerkt habe, dass genau das passiert.

(12:43 - 12:52)

Also das heißt, da wird dann, wie du vorhin schon gesagt hast, so ein Urlaubsplan gemacht. Also im Prinzip eigentlich wie so ein Stundenplan, fast schon. Ja, genau.

(12:52 - 13:04)

Ja, genau. Und wenn dann was nicht klappt, wenn dann eines der Dinge nicht klappt, dann ist aber richtig alarm. Also dann ist so okay, wow.

(13:05 - 13:19)

Da macht da ein Scheiß alleine, so nach dem Motornattern ist plötzlich richtig, richtig miese Stimmung. Und dann dachte ich mir auch schon öfter, du nimmst einfach deine Charaktereigenschaften dann mit in den Urlaub. Ja, genau.

(13:19 - 13:28)

Wir sind ja nicht hier um uns zu entspannen. Wir müssen ja jetzt auch den Plan aufleisten. Ich glaube auch, der Urlaub ist... Wenn wir schon mal hier sind, das ist auch noch schnell.

(13:29 - 13:58)

Genau. Ja, wie du sagst, es ist, glaube ich, ein Spiegel des Lebens und des Innenlebens, vor allem der Leute, was im Urlaub passiert in einer komprimierten Form. Und viele Urlaube können ja auch oftmals gar nicht schön werden, weil eben der Erwartungsdruck so hoch ist, was jetzt dieser kleine Zeitraum alles bringen muss, was man alles erleben will, wie schön es sein soll, wie erfüllend, weil es ja eben, wie du sagst, nicht so ein Gegengewicht bieten soll.

(13:58 - 14:44)

Und wenn ich eben 48 Wochen im Jahr keinen Urlaub habe und vier Wochen schon Urlaub habe, was jetzt mal so der ungefähr klassische Verteilungsschlüssel wäre für einen klassischen Angestellten, als mal Kinder hin oder her, dann ist es natürlich ein Wahnsinn, dass wenn wir 48 Wochen im Jahr die Süße des Lebens fehlt und ich versuche die in vier Wochen hinzukriegen, dass natürlich das auch sehr, sehr sicher nicht funktionieren kann, weil eben der Erwartungsdruck so hoch ist und dann die Eventdichte so hoch sein muss und so weiter und so fort. Und ich würde, glaube ich, gerne für ein anderes Konzept werben. Also ich kann auch nur sagen, wie ich das für mich auch immer verstanden habe und ehrlich gesagt, glaube ich, an der Stelle ganz gut damit fahr.

(14:46 - 15:27)

Ich habe mich eben vorfällt, auch nochmal kurz damit beschäftigt, wo das Wort Urlaub tatsächlich herkommt, weil du auch vorher gesagt hast, mit deinem Vater, was war Urlaub eigentlich ursprünglich mal? Also ganz ursprünglich kommt dieses Wort Urlaub aus dem Old Hochdeutschen Urlub, also U-R-L-U-O-U-P oder so ähnlich geschrieben, egal, auf alle Fälle, das heißt so viel wie Erlaubnis. Also im Mittelalter war es praktisch so, dass der Urlaub nicht irgendwie so freiwillig war, dass man sagt zu Menschen, jetzt nehme ich mal einfach mal Zeit für mich, sondern es war praktisch eine Erlaubnis, die man sich holen musste. Man hat sich also nicht Urlaub genommen, sondern hat Urlaub bekommen.

(15:27 - 15:44)

Ein bisschen ein Unterschied. Es war also die Erlaubnis zum Freigang, dass man sich vom Hof machen konnte, dass der Ritter praktisch, also heute im Knast würde man sagen, dass du wirklich ein Freigang hast. Also das heißt, du kriegst die Erlaubnis von etwas hörem, einer höheren Macht.

(15:45 - 16:10)

Und wenn du eben vom Hof gegangen bist, ohne diese Erlaubnis, ohne diesen Urlub, dann ist das auch massiv sanktioniert worden. Also es konnte mit Schlägen, mit Gefängnestrafen oder Schlimmeren bestraft werden, je nachdem, wer man war und wo und was. Das ist interessant, das haben wir ehrlich gesagt heute immer noch.

(16:10 - 16:33)

In gewisser Weise natürlich nicht mit der Form von Bestrafung. Vielleicht, wobei das stimmt ja auch, nicht nur du verlierst deinen Job, wenn du einfach weg gehst, ohne dass du den Urlaub genommen hast oder kriegst mindestens mal eine Abmahnung. Aber weg vom rechtlichen psychische, was dahinter ist, ist natürlich schon interessant, dass der Urlaub also nie dazu ursprünglich gedacht war, um sich jetzt irgendwie zu erholen.

(16:34 - 16:57)

Sonst war nur eine Erlaubnis, mal praktisch aus diesem Rahmen, in dem er mehr oder weniger drin war, also eigentlich aus dem Sklavenrahmen, wenn man so will, rausgehen zu dürfen. Um dort halt dann was auch immer kurz mal zu tun, aber eigentlich weniger mit dieser Erholung, sei eher mit dem, ich bin halt nur mal kurz weg und muss dann aber auch wieder rein. Also da darf ich nicht zu sehr locker lassen, weil ich habe ja nur kurz die Erlaubnis, mal weggehen zu dürfen.

(16:58 - 17:45)

Und das glaube ich ist schon eine Erklärung, wo uns das noch so in den Genen oder in den Knochen auch drinsteckt, dass eigentlich so dieses Konzept von ich lass mal los, ich entspannen mal, oder solche Dinge, die also so im totalen Kontrast vielleicht zur Nicht-Urlaubszeit stehen, dass das auch nie so vorgesehen war, und dass das wahrscheinlich auch deswegen der Menschen ziemlich schwer fällt, im Urlaub ebenso zu entspannen. Mein Tag wieder gesagt hat, das geht dann schon, aber alles in allem greifen die alten Muster und aus verschiedensten Gründen greifen, die nicht nur, weil sie gewohnt sind, sondern weil eben dieses Konzept von Urlaub wie unsere romantische Vorstellung ist, wie Urlaub sein sollte. Also so der komplette Kontrast zum harten Arbeitsleben, dass der nie gemeint, nie gemacht und auch nie gewollt wurde.

(17:46 - 18:37)

Und was ich total schön finde, weil ich dann gerne auch mal so in andere Sprachen schaue, ins französisch-hilderteinische, spanische oder auch ins englische, wenn man sagt aus dem amerikanischen Holiday, das kommt von Holy Day, also der Heilige Tag und im amerikanischen war es so, dass also der Holiday eben keine Erlaubnis war, sondern eher, man hat also diese Nicht-Arbeitszeit dann dem Heiligen gewidmet. Also der Religion, dem Gebet, der Meditation oder irgendwelchen Ritualen und so weiter. Und das ist natürlich ein anderer Spirit, der dahinter steckt, weil da geht es jetzt im Grunde genommen darum, dass ich diese Zeit etwas widme, wo ich sage okay, Arbeit ist Arbeit und jetzt widme ich einen Tag oder mehrere Tage oder eine Woche etwas hören.

(18:38 - 19:24)

Und das finde ich einen guten Aspekt, dass ich sage, okay, es geht nicht darum Arbeit oder Leben, sondern es geht darum, welche Qualität oder was widme ich jetzt diesen Tag oder diesen Zeitspot. Und wenn du dann sagst, Mensch, okay, ich brauche einfach mehr als einen Tag, ich widme drei oder vier Tage jetzt am Stück eben meiner Seele und um den Raum zu haben, wieder für meine Kreativität dann hat es diesen Holiday oder Holy Days sind es ja dann tatsächlich Aspekt. Und das, glaube ich, ist der wichtige Approach um ein gelungenes Leben zu leben, weil man es sich quasi selbst erlaubt welcher Bedeutung man seinen Tagen widmet.

(19:24 - 19:33)

Also, das ist so mal der Grundgedanke, wo ich hin will. Macht es Sinn? Ja, ja, klar. Klar macht es Sinn.

(19:34 - 21:04)

Ich glaube halt einfach, dass es dann eine Frage meiner Meinung nach der eben dieser Mini-Gewohnheiten ist, sodass man quasi diese wirklich Mini-Urlaube einfach auch zu seinem Standard macht, sodass es nicht geballt quasi so auf einen Zeitraum beschränkt ist, wo jetzt quasi alles passieren muss oder auch die Regeneration passieren muss und ich muss aus diesem Urlaub jetzt erholt kommen, weil der nächste ist erst wieder in einem halben Jahr oder sowas, und ich weiß, wie mein Leben dazwischen ist da ist nichts mit entspannen, deswegen muss es jetzt stattfinden. Und was passiert dann? Sobald ein Hund bellt, sobald ein Kind schreit Himmel her, Gott, wer soll sich denn da entspannen? So wie der, da gibt es das Lied von Reinhard May, Debt Made irgendwo immer, dass so dieses Rasen im Elite Gänse ist. Das ist total geil, ich muss doch mal anhören, Reinhard May ist sowieso wirklich eine Legende dieser Mann und der hat da so ein Song geschrieben, wo es halt, es ist schon ewig alt wahrscheinlich mindestens 70er oder 80er und da hat er geschrieben, am Sonntag mehr oder weniger, das Wetter ist perfekt, die Vögel ein Zwitschern du hast endlich mal Ruhe, kannst dich mehr oder weniger auf den Liegestuhl fallen lassen und natürlich, irgendein Idiot fängt wieder zum Rasenmann an und dann, wie der es beschrieben hat, so witzig.

(21:04 - 21:24)

Es ist so ein lustiges und schönes Lied auch mit ein bisschen Wahrheit. Wollte ich gerade sagen, so Realität. Ja genau, aber das würde eigentlich dafür sprechen, dass man sagt, man kommt eigentlich vom klassischen Urlaubs Denken vielleicht ein bisschen weg und deswegen, weil du hast das vorhin ja gesagt auch mit den Kindern, das ist natürlich klar.

(21:24 - 21:43)

Natürlich, wenn ich Kinder hab, bin ich natürlich im Raume zu müssen, von unserem System hier schon an die Ferienzeiten auch gebunden. Das ist logisch, schlauchvollziehbar. Aber das, worauf er ich raus wollte, ist eben ja dieses, was wir jetzt ja schon gesprochen haben, dieses Reindrücken dann in die Planung, nicht im Sinne von einer kalendarischen Planung.

(21:44 - 23:59)

Wenn ich Kinder habe, wo die Ferienzeiten vorgegeben sind, ist die kalendarische Planung so mit vorgegeben. Klar, aber diese Planung im Sinne von, was müssen wir da alles machen, was wollen wir da alles erleben, was muss da alles passieren. Dieser Stress, das ist das, wo ich mir als Kind schon gedacht habe, warum machen wir jetzt wegen 10 Tagen hier irgendwie gefühlt ein Riesenfass auf und ansonsten ist das aber irgendwie alles ganz normal.

Also warum muss man irgendwo hin und da ist dann dieses Riesen Riesen-Damokless schwer, wenn wir das nicht alles hinkriegen und hoffentlich ist das Wetter auch gut. Dann werden da eine Woche davor, sind da schon die Wetterberichte natürlich jeden Tag durchgestürbert und so, okay, ah, das könnte schon sein, dass da vielleicht mal kälter wird und momentan regnet es dort und so weiter. Ich habe vor Kurzem, bevor ich noch Tenerifer geflogen bin, bekomme ich eine sehr aufgeregte Sprache nach Recht von einer Freundin, die drei, vier Tage später noch Tenerifer fliegen wollte und die war fast in Tränen aufgelöst, weil sie gesagt hat, dort noch etwas regnet und sie hat beim Hotel angerufen, die haben gesagt, das regnet seit einer Woche und es könnte sein, dass nächste Woche auch noch regnet und sie ist zum überlegen, ob sie vielleicht den Urlaub absorgt und so weiter.

Also stell dir mal vor, du fliegst in ein Land, wo du dir Sonne erwartest und es könnte sein, dass es noch zwei, drei Tage regnet. Da merkst du einfach, wie viel erwachsenen ADS, sage ich jetzt mal, also ADS im Sinne von Abenteuerdefizitsyndrom da drin steckt, dass die Leute wirklich so ein Defizit haben an Lichtabenteuer draußen sein, in der Natur sein und ich finde halt, es ist ein Armutszeugnis, wenn ich das, dieses Defizitversuch, wie du sagst, im Urlaub das alles auszugleichen als Fahrlässig hast du das genannt, finde ich genauso, würde ich 100% unterschreiben und vielleicht zeug mal von Urlaub eher so von Holiday, in Holy Time irgendwie kommen, dass man sagt, okay, vielleicht solltest du jeden Tag und jede Woche Holy Time geben, also heilige Zeit, Zeit, die mir heilig ist Dinge, die mir heilig sind, Rituale, die mir heilig sind. Das kann Zeit mit den Kindern sein, wo ich in den Wald draußen gehe, das kann Zeit für mich um meine Meditation sein.

(23:59 - 24:30)

Also ich hab schon für mich Holy Times ist mir bewusst geworden, doch das, dass ich mich da beschäftigt hab. Auch Tennis zum Beispiel Patricia ist immer ganz begeistert wie hart ich auch krasse berufliche Termine, die echt eine Wichtigkeit hätten wo ich sag, nein, da kann ich nicht, warum? Ich meine, das sag ich demjenigen natürlich nicht, ich sag, ich hab einen Termin. Aber ich hab da halt Tennis und das ist für mich ein Sport, wo ich halt einfach wahnsinnig Spaß hab und was ich gern für mich mach und der wird nicht abgesorgt.

(24:30 - 24:59)

Also da müsste, weiß ich nicht, was da sein müsste und diese Holy Time für sich zu entwickeln. Ich glaub, das ist ein besseres Lebenskonzept, weil du dann diesen Druck rausnimmst aus bestimmten Phasen, wo du eigentlich ein Leben führst anstatt nur zu funktionieren. Also da sagst du was, weil was macht man denn, was macht man denn aktiv wenn man quasi in die Urlaubsplanung geht? Man macht und das heißt quasi in dieser Zeit bin ich nicht da.

(25:00 - 25:27)

Das wissen die dann schon und so weiter und dann kann ich da guten Gewissens wegfliegen, wegfahren, wie auch immer. Aber dieses Time Blocking das funktioniert ja unter der Woche in der Regel auch, weil man sich's quasi auch vornimmt, wie du sagst. Ich hab da quasi jetzt ein Termin und das hat sie Karin Kuschik auch so schön gesagt ich hab quasi ein Date mit mir selbst zags aber nicht und ich sag einfach nur, ich hab ein Date.

(25:28 - 25:54)

Da steht aber auch bei ihr quasi im Terminkalender, steht 2 Stunden Date mit mir. Und da ist dann auch nix, weil man verteidigt eben und das ist dann auch die Kunst sozusagen, dass man diese Zeit dann auch verteidigt. Dass man das ernst nimmt dass das quasi ein Termin ist der gleichberechtigte Wichtigkeit hat wie irgendein Business-Sum-Meeting oder sowas nach dem Motto.

(25:56 - 26:10)

Da geht's ja quasi nur um mich, das kann ich jetzt auch nochmal kurz rumschieben. Ja, warte mal, ganz kurz. Also für jemand anderen wenn da jetzt ein Termin drinstehen würde keine Ahnung, Podcast-Interview das sag ich ja auch nicht.

(26:10 - 28:17)

Das ist ja wurscht, das kann ich jetzt auch auf Freitag schieben da gebe ich dem kurz Bescheid das mache ich ja auch nicht. Da bin ich ja dann in der Regel einfach da oder wenn es ein Business-Meeting ist in der Arbeit oder so das sag ich ja auch nicht. Macht das verschiebe ich jetzt einfach mal schnell aber mit unseren eigenen Terminen funktioniert das dann leichter und dann ist die Frage ja warum denn warum ist das quasi nicht auf Augenhöhe mit Terminen mit anderen weil das ist schon ein bisschen auch so ein Spiegel wie sehe ich mich denn selbst und bin ich dann jemand der andere quasi für Wichtiger nimmt als mich selbst und ich kenne das sehr sehr gut von mir ich hab da auch mit Alina auch so wirklich ich sag mal fast schon so ungeschriebene Gesetze sozusagen also wenn jemand sagt ich mach das und das dann gehen wir mal davon aus dass der andere das quasi wirklich auch für sich bewusst auf dem Schirm hat und dann nicht versucht dieses zu torpedieren also auch diese respektvolle umgang damit mit der Entscheidung dass der andere in der Zeit jetzt gerne zum Beispiel in die Sauna gehen möchte da gibt's dann keine hängenden Gesichter so aber jetzt dachte ich wir hätten vielleicht einen schönen Abend zusammen und könnten irgendwie essen gehen weil es dann dem anderen auch noch ein schlechtes Gewissen macht dass der jetzt nicht da ist sondern im Gegenteil dieses ja bitte bitte und warum ist es so weil so das war Teil 1 meines Gesprächs mit Adrian über dieses spannende Thema Adrian und ich haben vereinbart dass wir immer abwechselnd die komplette Folge veröffentlichen wenn du das ganze Gespräch zu diesem Thema hören willst kannst du einfach zu Adrian's Oldest Soul Podcast drüber wechseln du findest den Link dazu in den Show Notes und dort hörst du das Gespräch in voller Länge der nächste Soul Talk ist wieder in voller Länge bei mir und auch alle anderen die Kunst zu leben folgen natürlich wie immer in voller Länge bei mir ich freue mich auf dich bei der nächsten Folge und wünsch dir bis dahin alles Gute mach's gut, bis zum nächsten Mal Ciao, bei Steffen Kichner

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